Die Forschungslage zur präventiven und therapeutischen Wirkung des Kletterns und Boulderns zeigt bereits sehr positive Effekte. So konnte nachgewiesen werden, dass eine Boulderpsychotherapie wirksamer ist als körperliche Aktivität alleine und mindestens genauso wirksam wie eine kognitive Verhaltenstherapie.
Trotz der sehr guten Studienlage ist die Bouldertherapie noch in der Forschungsphase und wird derzeit noch nicht von den Sozialversicherungsträgern anerkannt, sodass entstehende Kosten noch nicht über Rezept über die Krankenkassen abgerechnet werden können.
Was ist Bouldern?
Kurzbeschreibung
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Das Setting
Bouldern ist Klettern ohne Seil und Gurt an niedrigen Kletterwänden oder Felsen, meist bis zu einer Höhe von etwa 4-5 Metern. Statt Sicherungstechnik zu nutzen, liegt unter der Wand eine dicke Matte (Crashpad), die bei einem Sturz die Landung abfedert.
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Die Idee
Im Gegensatz zum Klettern an Felswänden sind in Hallen an der Wand farbige Griffe und Tritte angebracht, die zusammen eine Route bilden, auch Problem genannt. Ziel ist es, diese Route vom Start- bis zum Zielgriff, dem Top zu klettern, ohne abzurutschen oder den Boden zu berühren.
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Die Anforderungen
Bouldern trainiert vor allem Kraft in Fingern, Armen und Rumpf, aber auch Beweglichkeit, Balance und Koordination. Da man die Bewegungen oft mehrfach ausprobiert, bevor man ein Problem löst, ist es zugleich ein gutes Mentaltraining.
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Die Herausforderung
Neben der körperlichen Herausforderung steht bei Bouldern das kreative Knobeln im Vordergrund: Für jede Route gibt es verschiedene Lösungswege, und man muss oft taktisch überlegen, welche Bewegungsabfolge am besten funktioniert. Zudem ist es eine soziale Sportart, da man sich in der Boulderhalle häufig gegenseitig Tipps gibt.
Wie Bouldern gegen Depressionen helfen kann
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Bouldern stoppt das Grübeln
Auch wenn Ausdauersport hilft, Stress abzubauen und Glückshormone auszuschütten: Wer joggt oder schwimmt, kann weiter negativen Gedanken nachgehen. Wer an der Kletterwand seinen Weg nach oben erarbeiten muss, kann hingegen an nichts anderes denken, als welchen Griff er*sie als nächstes benutzt. Diese Fokussierung gibt dem grübelndem Hirn eine Pause.
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Bouldern stärkt das Selbstwertgefühl
Die Griffe an einer Kletterwand werden passenderweise Probleme genannt. Wer sich dran hängt, muss das Problem lösen – also einen Weg nach oben finden. Depressiven Menschen kann die Herausforderung und diese Form der Selbstwirksamkeit helfen, ihre Grenzen auszutesten und über diese hinauszuwachsen. Dies kann das Selbstwertgefühl stärken. Zudem ist Bouldern eine Sportart, die keine besonderen Vorkenntnisse erfordert. Über den Schwierigkeitsgrad und die Höhe, die man erklimmen möchte, kann man selbst bestimmen.
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Bouldern weckt Gefühle
Vielen Menschen, die in einer depressiven Phase stecken, fällt es schwer, Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Sie fühlen sich leer. Klettern kann verschiedenste Emotionen auslösen: von Angst und Frust, eine Route nicht zu schaffen bis hin zu Freude, wenn man doch oben ankommt. Wie im wahren Leben lassen sich aber auch an der Wand nicht alle Probleme auf Anhieb lösen. Manche brauchen Geduld und Training. Wer regelmäßig bouldert, kann so den Umgang mit den eigenen Gefühlen trainieren.
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Bouldern ist sozial
Wer bereits in einer Boulderhalle war, weiß: Bouldern ist ein ausgesprochen sozialer Sport. Auch wenn man allein an der Wand hängt, gehen viele in der Gruppe zum Klettern. Gemeinsam werden Routen überlegt und sich gegenseitig angefeuert. Anstatt miteinander zu konkurrieren, helfen sich die Kletterer einander. Für depressive Menschen, die sich oft zurückziehen, kann das eine heilsame Erfahrung sein.
Details
Bouldertherapie
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Gruppentherapie
10 Menschen mit 10 Terminen (10 Wochen) à 2 Stunden
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Präventions- und Überbrückungsangebot
für psychisch belastete Menschen und in Krisen auf Wartelisten
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Wissenschaftlich gestützt
durch das Manual der Uni Erlangen
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Niedrigschwelliges Setting
und unbürokratischer Zugang mit Unterstützung für ökonomisch benachteiligte Menschen
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